Freiwillige Feuerwehr St.Martin
Chronik
Die Geschichte der St. Martiner Feuerwehr Die Gründung der St.Martiner Feuerwehr dürfte auf einen “Lokal-Polizei-Beschluß für die Gemeinde Sanct Martin” vom Februar 1837 zurückgehen. Dieser Beschluß ist unterzeichnet von Bürgermeister Schneider und genehmigt am 18. März 1837 vom Kgl. Landkomissariat in Landau: Petersen und Boy. In diesem Dokument ist anschaulicher Weise in Kapitel VI: “Verhütung der Feuergefahr” in 10 Artikel alles angeführt, was zu einem Brande Ursache geben könnte und welche Vorsichtsmaßregeln zu treffen sind. Das Kapitel VII: “Hilfeleistung bei ausgebrochenem Brande” gibt in 5 ausgedehnten Artikeln detaillierte Auskunft, wer zur Brandbekämpfung verpflichtet ist, mit welchem Mitteln dies geschieht und dass besonders eifrige Löscher mit Preisen ausgezeichnet werden. In diesem Beschluß ist auch von einer bespannten Spritze die Rede. In einer “Feuerlöschordnung” vom 5. Januar 1844, die von Bürgermeister Schneider in Druck gegeben wurde, sind in 20 Kapiteln 99 Bürger namentlich aufgeführt, die bei einem Brande mit folgenden Aufgaben betraut werden: Aufsichtsperson, Austragen von Hausgerät, Führen von Schläuchen, Beschaffen und Anstellen von Leitern, Handhaben der Feuerhaken, Pumpen und Drücken der Spritze, Aufstellen von Bütten, Wassertragen mit Holten, Tragen und Gebrauchen der Handspritze. Nach einer weiteren “Feuerlöschordnung” vom 2. Mai 1868, die von Bürgermeister Platz unterzeichnet ist, sind in 15 Artikeln 176 Personen namentlich aufgeführt und deren Aufgaben bezeichnet. In Artikel 6 ist von einem Commandanten Jakob Will und seinem Stellvertreter Christian Seeber die Rede. Am 10. August 1873 beschloß der Gemeinderat auf Grund des Art. 2, Ziffer 14, Art. 3, Ziffer 3 des Polzeigesetzbuches und 368, Ziffer 8 des Reichs-Straf-Gesetzbuches, eine neue Feuerlöschordnung in Kraft zu setzen, weil jene vom Jahre 1868 nicht mehr genügte. “1. Wer einen neu ausgebrochenen Brand wahrnimmt, ist verpflichtet, sofort Feuerlärm und  der Polizei Anzeige zu machen.  2. Zur Nachtzeit muß jeder Hauseigentümer oder Mieter durch Aushängen  brennender Laternen die Straßen beleuchten.  3. Sämtliche Mannschaften der Feuerwehr haben den Befehlen der unmittelbar vorgesetzten Personen unweigerlich Fogle zu leisten.  4. Die Brandstätte hat niemand als die hierzu Kommandierten und die dabei interessierten Agenten zu betreten.  5. Brunnenbesitzer müssen auf Verlangen ihren Hof öffnen und gestatten, daß das Wasser zum Löschen benutzt werde.  6. Eigentümer von Bütten müssen diese auf Verlangen zur Verfügung stellen.” Im Jahr 1868 war eine Spritze zum Löschen vorhanden. Am 8. März 1877 beschloß der Gemeinderat, den Gemeindeanteil der Münchener-Aachener-Mobilien Feuerversicherungsgesellschaft zur Beschaffung einer Löschmaschine zu verwenden. Außerdem sollten 25 Meter Schlauch mit Normalgewinden gekauft werden. Am 1. November 1877 war es der Gemeinde St.Martin möglich, durch 350,- Mark Zuschuß aus dem Kreisfonds, eine größere “räderige Quartierspritze” anzuschaffen. Mit dieser Austattung konnte sich die hiesige Feuerwehr sehen lassen. 1882 zählte die gesamte Feuerwehr 260 Männer. Davon entfielen auf die Steiger 37, die Spritzenmannschaft 93, die Wasserabteilung 95 und auf die Ordnungsmannschaft 28 Männer. Die Befehle erteilten der Kommandant, der Adjunkt, zwei Sprtzenmeister und drei Signalisten. 1883 erwarbdie Gemeinde eine Kübelspritze, die der pfälzische Feuerwehrverband mitfinanzierte. 1891 wurde die Wasserleitung gelegt. Dies erforderte die Aufstellung einer Hydrantenmannschaft. Es hatte auch zur Folge, daß die Zahl der Feuerwehrleute verringert wurde. Männer, die das 35. Lebensjahr erreicht hatten wechselten zur Reservemannschaft über. Mit dem 40. Lebensjahr endete die Feuerwehrpflicht. Erst mit dem Ankauf einer Motorspritze im Jahr 1931 mussten zwei weitere Mannschaften, die Motorspritzen- und  die Schlauchwagenabteilung gebildet werden. Das Spritzenhaus auf dem Zimmerplatz diente zur Aufbewahrung der Schläuche und Geräte. Während des 2. Weltkriegs rückten die meisten Feuerwehrleute zum Kriegsdienst ein. Die Männer älterer Jahrgänge traten an ihre Stelle und eine Helferinnenabteilung. Außer der Feuerlöschdienst oblag ihnen die Luftschutzausbildung. 1942 wurden 15- und 16 jährige Jugendliche in die Feuerwehr aufgenommen. Nach dem Krieg fehlte es nicht an Männern, die die Konsolidierung der Feuerwehr betrieben. Das Landgesetz vom 11. Mai 1949 senkte drastisch die Anzahl der Leute, die nun aus frewilligen Helfern bestand. 1958 erhöhte sich die durch die Anschaffung eines VW-Kleinlöschfahrzeug die Einsatzfähigkeit. Im August 1962 wurde das neue Feuerwehrgerätehaus in der Friedhofstraße 7 (ehemaliger Faselstall), als Ersatz für das alte Gerätehaus mit Schlauchtrockenturm am Zimmerplatz, eingeweiht. Zuschüsse der Landesregierung und der Bayerischen Versicherungskammer ermöglichten im Februar 1965 den Kauf eines Tanklöschfahrzeuges TLF 16. Es fasste 2 400 Liter Wasser und zählte damals zu den modernsten Tanklöschfahrzeugen seiner Art. Seit September 1972 untersteht die St.Martiner Feuerwehr zusammen mit den Wehren Kirrweiler und Maikammer der Verbandsgemeinde Maikammer. Am 7. Mai 1995 wurde der Wehr St. Martin ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 übergeben, das das damalige, 30 Jahre alte Fahrzeug, ersetzte. Es handelt sich um ein Mercedes-Benz- Fahrgestell 814 mit 140 PS Motorleistung und Ziegler-Aufbau. Das Fahrzeug verfügt über einen Löschwasservorrat von 600 Litern und einer Schnellangriffseinrichtung. Zwei Pressluftatemschutzgeräte sind in die Sitze der Mannschaftskabine integriert und können bereits auf der Einsatzfahrt angelegt werden. Im Führerhaus sind ein 4m-Band Analoggerät sowie vier 2m- Band Handsprechfunkgeräte eingebaut. Zur Sonderausstattung gehört ein Hochleistungslüfter sowie eine Kettensäge mit Benzinmotor. am 29. April 1996 wurde von 21 Feuerwehrangehörigen der Feuerwehrverein Florian St.Martin e.V. gegründet. Zu den Aufgaben des Vereins gehören insbesondere das Feuerwehrwesen in St.Martin und die Kameradschaft zu fördern, die Öffentlichkeitsarbeit und die Ausrichtung des alljährlichen Feuerwehrfestes. Die Jugendfeuerwehr wurde am 16. Februar 2005 gegründet. Ihr obliegt in erster Linie die Nachwuchsgewinnung. Am 16. und 17. Juli 2012 (Samstag/Sonntag), feierte die Feuerwehr im Rahmen des alljährlichen Feuerwehrfestes beim Gerätehaus in der Friedhofsstraße ihr 175.-jähriges Bestehen. Es wurde ergänzt durch eine Fahrzeug- und Geräteausstellung auf dem Parkplatz Am Pfarrgarten, sowie um verschiedene Vorführungen. Im Jahre 1998 stellte der damalige Wehrführer Alois Hormuth bei der Verbandsgemeindeverwaltung Maikammer, den Antrag auf Sanierung des Feuerwehrgerätehauses in der Friedhofstraße. Am 7. September 2000 wurde vom Verbandsgemeinderat beschlossen, einen Untersuchungsauftrag zur Sanierung des Feuerwehrgerätehauses in St.Martin an ein Ingenierbüro zu vergeben. In seiner Sitzung vom 9. Oktober 2000 befasste sich der Ortsgemeinderat mit dieser Angelegenheit. Dabei sprach er sich für den Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses an der bisherigen Stelle an der Friedhofstraße aus. Deer Grundsatzbeschluss des Verbandgemeinderates zum Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses in St. Martin wurde bereits Anfang Dezember 2000 gefasst. Am Samstag, den 25. Mai 2013 wurde im Rahmen der Feierstunde das neue Feuerwehrgerätehaus am Keltenweg 1 eingeweiht und der Feuerwehr übergeben. Am Neubau hatten die Wehrangehörigen über 2000 Arbeitsstunden geleistet und somit erhebliche öffentliche Mittel eingespart. Im Laufe des Jahres 2014 wird der Feuerwehrfunk landesweit auf Digitalbetrieb umgestellt. Im Zuge dieser Umstellung werden auch die bisherigen analog betriebenen Funkalarmempfänger für die stille Alarmierung (Piepser) durch digitale Geräte ersetzt. Die Mannschaft der aktiven Wehr bewegt sich seit vielen Jahren zwischen 35 und 40 Personen; darunter sind drei Frauen. Kommandanten der St.Martiner Feuerwehr von 1868 bis heute:  Jakob Will, Georg Weisenburger, Josef Schneider, Johannes Kiefer, Ferdinand Schreieck, Nikolaus Moll, Ludwig Rößler, Heinrich Lorenz, Alfred Krauß, Rudi Ziegler, Alois Hormuth, Jürgen Ziegler Quellen: Cäcilie Ziegler, St. Martin, Geschichte eines Dorfes, 1984; Festschrift zum 125.-jährigen Stiftungsfest vom August 1962 der Feuerwehr St.Martin; Überarbeitet im Juni 2011, Februar 2013 und Januar 2014, Feuerwehr St.Martin, TS.